Thomas Reinhold

(Wien 1953)

Thomas Reinhold wuchs in Wien auf, in kunstträchtiger Umgebung. Sein Vater war Architekt und Museums- und Galeriebesuche gehörten zum Familienleben der Reinholds. Das Informel war in den 1960ern und 1970ern ein Interessensschwerpunkt von Thomas Reinhold, er selbst experimentierte mit erhitzter Ölkreide und Tinte.
Im Alter von 21 Jahren begann er das Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien und schloss es rasche vier Jahre später ab. Schon in jungen Jahren legte er die ihm eigene Akribie und philosophische Tiefe an den Tag. Thomas Reinhold hat schon immer Alles, was er tut, sehr ernst genommen und das trägt auch zu seiner Glaubwürdigkeit bei. Reinholds Arbeiten aus den frühen 1970ern lassen an Kalligraphie denken, ab 1975 entstehen konzeptuelle Arbeiten, darunter Collagen, Fotoarbeiten, konkrete Poesie, raumgreifende Interventionen und Wortspiele. Letztere gibt es nur im Frühwerk.
Im Abschlussjahr seines Studiums an der Universität für angewandte Kunst gewann Thomas Reinhold einen Graphikwettbewerb in Innsbruck und das Landesmuseum Ferdinandeum kaufte eine seiner Arbeiten an. Diesem Tiroler Erfolg folgten im Jahr 1979 Ausstellungen im Frankfurter Kunstverein, in der Galerie nächst St. Stephan und in der Galerie „Die Brücke“ in der Bäckerstraße in Wien. Letztere trug den Titel „Galerie L’Elefante“ und bestand aus einer kolportierten Neueröffnung der Galerie, zu der auch ein „Katalog“ aufgelegt wurde. Diese konzeptuelle Arbeit lässt an Yves Kleins berühmte Ausstellung „Le vide“/„Die Leere“ in der Galerie Iris Clert in Paris (1958) denken.
In den 1980ern wandte sich Thomas Reinhold der Malerei zu und in seiner Formensprache tauchten die ineinandergreifenden Bögen – wie Sichelmonde – der asiatisch anmutenden Arbeiten der Siebzigerjahre wieder auf. Obwohl seine Malerei zu den „Jungen Wilden“ Österreichs zählt, kommen auch deutliche Einflüsse aus der Kunstgeschichte zum Tragen.
In den Jahren 1980 bis 1983 schuf Reinhold Zeichnungen, Aquarelle, Ölmalereien und Gouachen auf Papier und Karton sowie großformatige Leinwandbilder. Abstrakte geometrische Formen, scharf konturierte Sichelmonde und in diese Formen verwobene Figuren bevölkern diese in buntkräftigen Farben gehaltenen Arbeiten. Diese Malerei der 1980er des Thomas Reinhold ist der Teil seines Werkes, dem wir von der R.A.T. – Royal Art Trading GmbH uns besonders widmen.
Obwohl in Thomas Reinholds Werk immer wieder skulpturale Arbeiten und Fotoserien auftauchen, ist der Fokus bis heute auf der Malerei geblieben. Im Laufe der 1990er nahm die Abstraktion in seinen Gemälden weiter zu, die Formen wurden im Vergleich zu den 1980ern weicher und um das Jahr 2000 herum war Reinhold bei den Rinnbildern angelangt, die auch aktuell seine bevorzugte Technik sind.
1999 bekam Thomas Reinhold den Auftrag für die Gestaltung der Fenster der „Chapelle de la Résurrection“ in Brüssel, Rue van Maerlant. 2008 folgte ein Auftrag für die Gestaltung der Fenster der gotischen Kapelle der Kirche von Hausmannstätten bei Graz.
2010 arbeitete er im Rahmen eines Atelierstipendiums des bka in Shanghai und 2011 erhielt er den Preis der Stadt Wien für bildende Kunst.
Thomas Reinhold lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich.

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